Paul Klee: Harmonie der nördlichen Flora

Paul Klee - Leben und Schaffen eines einzigartigen Künstlers

Paul Klee schuf ein umfangreiches Werk von mehr als 9000 Arbeiten. Neben der Malerei, der Zeichnung und der Grafik beschäftigte er sich während seines Lebens intensiv mit der Musik und der Dichtung. Seine Kunst lässt sich durch keine eindeutige Stilrichtung definieren, wodurch sein Werk bis heute als einzigartig angesehen wird.

Das Leben von Paul Klee

Paul Ernst Klee wurde am 18. Dezember 1879 als Sohn eines deutschen Musiklehrers und einer schweizerischen Sängerin in Münchenbuchsee im Kanton Bern geboren. Seit seiner frühen Kindheit interessierte er sich für die Musik und erlernte bereits in frühen Jahren das Geigenspiel. Seine weiteren Interessen lagen im Dichten und Zeichnen. Obwohl seine Eltern ihn zum Musiker ausbilden lassen wollten, entschied er sich für ein Studium der Grafik an der an der privaten Malschule von Heinrich Knirr in München. Nach dem Studium reiste er für einige Zeit durch Italien und zog dann zurück in sein Elternhaus, wo er von 1902 bis 1906 lebte und seinen Lebensunterhalt als Geigenlehrer verdiente. Im Jahre 1906 zog er schließlich endgültig nach München und heiratete dort die Pianistin Lily Stumpf. Im Jahre 1907 wurde der gemeinsame Sohn Felix geboren.

Im Jahre 1911 machte Paul Klee Bekanntschaft mit verschiedenen Künstlern wie Wassily Kandinsky und August Macke. Dies führte dazu, dass er sich noch im selben Jahr der Reaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter anschloss. Auf ihrer zweiten Ausstellung im Jahre 1912 stellte er einige seiner grafischen Arbeiten aus. Zu seinem endgültigen Durchbruch als Maler verhalf ihm eine mit August Macke und Louis Moilliet durchgeführte Reise nach Tunesien im Jahre 1914, die als bedeutende Tunisreise in die Kunstgeschichte einging. Ab 1921 lehrte Paul Klee schließlich am Bauhaus in Weimar und später in Dessau. Ab dem Jahre 1931 lehrte er als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, wurde nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten allerdings entlassen. Daraufhin ging er zurück nach Bern, wo trotz schwerer Krankheit sein umfangreiches Spätwerk entstand.

Das Werk von Paul Klee

Paul Klee gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten und bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein Malstil lässt sich zwar nicht einer definierten Kunstrichtung zuordnen, ist jedoch eng mit dem Konstruktivismus sowie dem Bauhaus verbunden. Die Zeichnungen und Gemälde von Paul Klee zeigen nur wenig Figürliches. Neben seinen zahlreichen visuellen Kunstwerken verfasste er zudem verschiedene kunsttheoretische Schriften.

Zu Beginn seiner Karriere als Maler fertigte Paul Klee überwiegend Aquarelle und grafische Arbeiten an. Sein Aufenthalt in Tunis im Jahre 1914 gilt als einschneidender Punkt in seiner Malerkarriere. Während er zuvor ausschließlich schwarz-weiße Werke anfertigte und der Beschäftigung mit Farbe aus dem Weg ging, werden seine Kunstwerke nach dem Aufenthalt farbenfroh, leuchtend und knallig. Paul Klee hatte die Vision, Bilder zu malen, die von sich aus sprechen und allein durch ihre Farben, Formen und Linien kommunizieren. Sein Ziel bestand darin, die Wirklichkeit durch seine Malerei sichtbar zu machen. Unter der Wirklichkeit verstand er die Lebendigkeit eines Bildes inklusive seiner Farben, die dem Betrachter die Möglichkeit geben, eine eigene und neue Wirklichkeit zu erschaffen. Dennoch bieten seine Werke wenig Spielraum zur Interpretation, denn beinahe alle Zeichnungen und Gemälde von Paul Klee erhielten von ihm einen eindeutigen Titel.

Video: Paul Klee Impressionen